Titel: Wir von der anderen Seite

Autor/in: Anika Decker

Genre: Roman

Erscheinungsdatum: 26.07.2019

Seiten: 384

Herausgeber: Ullstein

 

 

 

Kurzbeschreibung:

 

Zum ersten Mal sehe ich mich im komplett im Spiegel. Ich bin dünn und bucklig, meine Muskeln sind verschwunden, meine Haut ist gelb von der angeschlagenen Leber. Irgendjemandem sehe ich ähnlich. Wem denn nur? Dann fällt es mir ein: Ich sehe aus wie Mr. Burns von den Simpsons! Immerhin noch Körbchengröße C. Ihr seid die echten Survivor!« 

Als Rahel Wald aus einem heftigen Fiebertraum erwacht, versteht sie erst mal gar nichts. Wo ist sie, warum ist es so laut hier, was sind das für Schläuche überall. Nach und nach beginnt sie zu verstehen: Sie ist im Krankenhaus, sie lag im Koma. Doch richtig krank sein, hatte sie sich irgendwie anders vorgestellt: feierlicher, ja, heiliger. Als Komödienautorin kennt sich Rahel durchaus mit schrägen Figuren und absurden Situationen aus, aber so eine Reise von der anderen Seite zurück ins Leben ist dann doch noch mal eine eigene Nummer. Vor allem, wenn der Medikamentenentzug Albträume und winkende Eichhörnchen hervorruft. Zum Glück kann sie sich auf die bedingungslose Unterstützung ihrer verrückten Familie verlassen, die immer für sie da ist. Und noch etwas wird Rahel immer klarer: Ihr Leben ist viel zu kostbar, um es nach fremden Erwartungen auszurichten. Von jetzt an nimmt sie es selbst in die Hand.

 

 

Rezension:

 

Das Buch wurde mir freundlicherweise vom Ullstein Verlag als Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt. Dies beeinflusst nicht meine Bewertung.

 

Um den Inhalt nicht vorweg zu nehmen, verweise ich hier auf den Klappentext/Kurzbeschreibung, dem Leser soll die Möglichkeit gegeben werden, in den Genuss der Geschichte zu kommen.

 

Das Buch beginnt mit einem sehr klaren und ausdrucksstarken ersten Kapitel. Den Schreibstil habe ich als flüssig, leicht verständlich und manchmal als sehr melancholisch empfunden. Dennoch musste ich einige Male Lachen, Schmunzeln oder war von der beschriebenen Situation amüsiert, die dem eigentlich traurigen Thema auch einen gewissen Humor verleiht ohne übertrieben zu wirken. Die Erzählweise findet aus der Perspektive von Hauptprotagonistin Rahel statt, was mir beim Lesen sehr gut gefallen hat, denn so konnte ich ihre Gedankengänge und Emotionen besser verstehen. Die Erzählungen rund um Krankenhäuser und Rehakliniken konnte ich nachvollziehen und befand mich auch hier oft zwischen Verständnislosigkeit und einem schmunzeln. Orte und Situationen wurden bildlich dargestellt, leider aber auch oft ein wenig zu detailliert und ausschweifend. Die Kapitel hatten eine angenehme Länge und wurden mit verschiedenen Überschriften aufgefrischt.

 

Über Hauptprotagonistin Rahel habe ich sehr gerne gelesen. Über die Art wie sie sich immer wieder aufrappelt und kämpft, kleine und große Geheimnisse aufdeckt und dabei ihren Humor nicht vergisst. Alle Nebencharaktere wurden fließend mit eingebracht. Rahel´s Eltern müssen hier erwähnt werden, auch wenn gerade ihre Mutter einige Macken hat, zeigt diese Geschichte doch auf, wie wichtig der Familienzusammenhalt ist. Es gab wenige Situationen die mir ein wenig unrealistisch erschienen, gerade im Bezug auf ihren Bruder, kam mir der Gedanke doch sehr oft.

 

Das Cover gefällt mir sehr gut. Buchtitel und Buchinhalt passen zueinander.

 

Mein Fazit:

 

Das Buch habe ich im nu durchgelesen, eine schöne Geschichte mit einer wichtigen Botschaft: „Das Leben ist kostbar, es lohnt sich zu kämpfen“.

 

Ich vergebe 4 von 5 Sterne.