Titel: Die Arena

Autor/in: Hayley Barker

Genre: Dystopie

Erscheinungsdatum: 17.09.2019

Seiten: 480

Herausgeber: Wunderlich Jugendbuch

 

 

 

Kurzbeschreibung:

 

London in der nahen Zukunft. Die Gesellschaft hat eine Spaltung vollzogen: Die Pures leben komfortabel und luxuriös, während die Dregs ausgegrenzt, geächtet und unterdrückt werden. Manchen Familien der Dregs werden ihre Kinder entrissen und zum "Zirkus" gebracht, wo die jungen Artisten zum Amüsement der Pures hungrigen Löwen begegnen oder waghalsigen Hochseilakte liefern. Hoshiko ist der Star auf dem Hochseil - sie vollbringt jeden Abend Unglaubliches, 30 Meter über dem Boden, ohne Fangnetz. Jede Vorführung könnte ihre letzte sein - und genau darauf lauern sensationslüstern und mit fasziniertem Grauen ihre Zuschauer. Doch dann begegnet Hoshiko dem Sohn einer hochrangigen Pure-Politikerin, Ben, der den Zirkus besucht - und verliebt sich in ihn, gegen alle Regeln. Ben begreift erst nach und nach die Realitäten, die hinter seinem komfortablen Leben stehen und wendet sich gegen seine eigene Klasse - für Hoshiko, das Mädchen, das er liebt. Um sie zu retten, begibt er sich in tödliche Gefahr.

 

 

Rezension:

 

Das Buch wurde mir freundlicherweise vom Rowohlt Verlag als Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt. Dies beeinflusst nicht meine Bewertung.

 

Um den Inhalt nicht vorweg zu nehmen, verweise ich hier auf den Klappentext/Kurzbeschreibung, dem Leser soll die Möglichkeit gegeben werden, in den Genuss der Geschichte zu kommen.

 

Der aussagekräftige Klappentext und das Cover weckten bereits vor einiger Zeit mein Interesse. Mit einem spannenden Prolog beginnt die Geschichte aus der Sicht von „Hoshiko“. Gleich zu Anfang wird ein hoher Spannungsbogen aufgebaut und trotz einiger Vorhersehbarkeiten bis zum Ende gehalten. Die Erzählperspektiven wechseln zwischen Hoshiko und Ben, zum einen mag ich eine Perspektivenwechsel, da ich so immer die Möglichkeit habe, Gefühle und Gedankengänge der Protagonisten zu verstehen und dem Verlauf bündig folgen zu können. Hier empfand ich es als ein wenig unruhig, teilweise wechselte gerade dieser schon nach einer halben Seite, sodass es mir bis zum Ende nicht gelang in einen ruhigen  Lesefluss zu gelangen. Orte wurden bildlich und detailliert dargestellt. Einzelne Situationen, vor allem bei den Beschreibungen wie die „Pures“ mit den „Dregs“ umgehen, waren teilweise so schockierend und brutal, dass sich mir die Frage stellte, ob die Altersfreigabe von 12 angebracht ist? Trotzdem denke ich, kann man aus dieser Geschichte Parallelen zu unserer jetzigen Zeit ziehen, die Frage wie wir miteinander umgehen, musste ich mir während des lesen oft stellen.

 

Hoshiko und Ben kommen aus zwei völlig unterschiedlichen Schichten, diese werden perfekt dargestellt und dem Leser nahe gebracht. Beide Hauptprotagonisten sind mir relativ schnell ans Herz gewachsen. Hoshiko mit ihrer unerschütterlichen, liebevollen und hilfsbereiten Art. Dann Ben, der während der gesamten Geschichte den Mut verkörperte, sich aufzulehnen, etwas bewirken zu wollen.

Das Verhalten und den Charakter von Zirkusdirektor Silvio hat mich regelrecht abgestoßen, wobei ich hier zu vielen gesellschaftskritischen Themen und Kriegen aus vergangener Zeit Übereinstimmungen finden konnte.

Weitere Nebencharaktere wurden authentisch und fließend mit eingebracht.

 

Das Cover ist ein „Hingucker“ und weckt das Interesse. Buchtitel und Buchinhalt passen zueinander.

 

Mein Fazit:

 

Eine spannende, schockierende und übergreifende Geschichte. Ich freue mich sehr auf den weiteren Band.

 

Ich vergebe 4 von 5 Sterne.