Titel: Alle Tage, die wir Leben

Autor/in: Dagmar Hansen

Genre: Roman

Erscheinungsdatum: 19.11.2019

Seiten: 320

Herausgeber: Rowohlt Verlag

 

 

 

 

Kurzbeschreibung:

 

Ausgerechnet vor ihrem 60. Geburtstag verliert Tilda ihren Job, und auch ihre Beziehung scheitert. Das hatte sie sich anders vorgestellt. Mit Sechzig nochmal ganz auf Anfang? Als sie eine Anzeige liest, in der eine «Frau im besten Alter (84)» eine Privatsekretärin sucht, bewirbt sie sich kurzerhand. Obwohl Arbeitgeberin Ruth fit und lebenslustig ist, will sie nach dem Vorbild des schwedischen «death cleaning» ihre Angelegenheiten ordnen. Dabei soll Tilda helfen. Anfangs findet die das ziemlich morbide, doch durch Ruth lernt sie, dass das Leben - egal in welchem Alter - immer für eine Überraschung gut ist

 

 

Rezension:

 

Das Buch wurde mir freundlicherweise vom Rowohlt Verlag als Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt. Dies beeinflusst nicht meine Bewertung.

 

Um den Inhalt nicht vorweg zu nehmen, verweise ich hier auf den Klappentext/Kurzbeschreibung, dem Leser soll die Möglichkeit gegeben werden, in den Genuss der Geschichte zu kommen.

 

Das Buch beginnt mit einem Prolog, der mein Interesse auf die Geschichte weckte. Der Einstieg fiel mir durch den klaren, flüssigen und leicht verständlichen Schreibstil sehr leicht. Die Seiten flogen nur so dahin. Leider störten mich einige Wortwiederholungen sowie die „kölschen Sprichwörter“, die selbst mir als Kölnerin ein wenig deplatziert vorkamen. Auch vermisste ich einen gewissen Tiefgang oder einen Spannungsbogen innerhalb der Geschichte. Die Kapitel hatten eine angenehme Länge.

 

Tilda konnte mich bis zum Ende leider nicht ganz überzeugen. Sie steht kurz vor ihrem 60. Geburtstag und mehr als einmal wurde mir das Gefühl vermittelt, dass Tilda kurz vor ihrem Tod steht. Zwar scheiterte ihre kurze Beziehung zu Günther und ein Kunde ihres Schreibbüros ist abgesprungen, dieses wird hier aber so von Tilda dramatisiert, dass ich sie nicht immer ganz ernst nehmen konnte. 

Ruth wird hier als fit und lebenslustig beschrieben, aber vor allem entwickelt sie sich rasch durch ihre lebensbejahende, hilfsbereite und fröhliche Art zu meinem Lieblingscharakter innerhalb des Buches. Ihre Vergangenheit, die Sie, Stück für Stück preisgibt empfand ich als weitaus interessanter als das Leben von Tilda. 

Nebencharaktere wie Ruth´s Kinder, ihre Haushälterin oder Tilda´s Freundinnen werden nur kurz mit involviert, über diese hätte ich gerne mehr erfahren.

 

Das Cover wird relativ schlicht gehalten und sagt für mich nichts über den Inhalt aus. Der Buchtitel passt sehr gut zum Buchinhalt.

 

Mein Fazit:

 

Eine schöne Grundidee mit einem tollen Schreibstil. Leider hat das Buch durch die für mich unsympathische Hauptprotagonistin einen faden Beigeschmack.

 

Ich vergebe 3 von 5 Sterne.